15. Große Weserrunde
23. August 2025
Auch 2025 starteten Ute, Mannix, Martin und Claudia wieder gemeinsam bei einem Radevent. Nach den vielen Höhenmetern in den Alpen 2023 und 2024 sollte es dieses Mal weniger um die Höhe als um die Länge gehen. So fiel die Wahl auf die Große Weserrunde mit Start in Rinteln am 23. August. Der Veranstalter bietet sehr viele verschiedene Streckenlängen von 80 bis 350 km an. Ute und Mannix entschieden sich für 250 km (gelb). Martin und Claudia fuhren 300 km (schwarz).
Die Streckenführung folgt sehr lange der Weser mit eher wenig Höhenmetern, verlässt sie aber dann auf dem Rückweg und führt durch das Weserbergland. Mit Rinteln in Niedersachsen, vielen Orten in Nord-Rhein-Westfalen und Hannoversch Münden in Hessen fährt man durch drei Bundesländer.
Mit 1.350 gemeldeten Teilnehmern auf den verschiedenen Strecken erfreut sich die Veranstaltung zum 15. Mal zunehmender Beliebtheit. Wie immer wieder betont wurde, handelt es sich nicht um ein Rennen. Es gibt also keine offizielle Zeitnahme. Rücksicht auf Verkehrsregeln, Fußgänger und andere Radfahrer wird groß geschrieben.
Der Start fand stark gestaffelt statt. Die 300-km-Startzeit begann um 5:30 Uhr, wobei immer Gruppen von maximal 15 Teilnehmern in zweiminütigem Abstand starten sollten. Das Wetter war für August eher frisch und bewölkt. So standen nun Ute, Mannix, Martin und Claudia im Dunkeln am Startplatz in Jacke und mit Handschuhen. Der Starter nahm es dann mit der gemeldeten Startzeit doch nicht so genau und ließ sie alle zusammen noch um 5:30 Uhr starten. So rollten wir also los durch das Dunkel, das zunehmend zu Zwielicht und Tag wurde.
Claudia: Ich konnte glücklicherweise gut 2/3 der Strecke mit Gruppen im Windschatten fahren. Da gefühlt immer Gegenwind war, war das sehr willkommen. Die erste Verpflegungsstation ließen Martin und ich aus, um den Windschatten der Gruppe nicht zu verlieren. Bei der zweiten Verpflegungsstation habe ich Martin nicht mehr gesehen. Die dritte Station ließ ich wieder aus, weil ich noch nicht wieder hungrig war. Dadurch zogen sich die letzten Kilometer bis Hannoversch Münden dann doch mehr als gehofft. Die warmen Pasta, mit denen das THW uns am Ortseingang von Hannoversch Münden versorgte, waren dann dringend nötig.
Wieder auf dem Rückweg nach Hannoversch Münden entdeckte ich Martin wieder, der eindeutig Hunger litt, weil er – teils absichtlich teils versehentlich an allen bisherigen Verpflegungsstationen vorbeigefahren war und seine eigenen Riegel alle aufgegessen hatte. Einen Riegel hatte ich noch greifbar. Das musste für ihn jetzt bis Beverungen reichen. Noch konnte ich den Windschatten einer guten Gruppe genießen. Das Lücken zufahren nach Kurven oder Ausweichmanövern wurde aber immer kräftezehrender, zumal wir nun stabilen Gegenwind hatten, der durch das Wesertal blies. In der Gegend stehen nicht umsonst einige Windräder. In zuverlässigen Abständen gab es auch immer wieder leichte Regenschauer. Darum war ich ganz dankbar, meine kurze Regenhose dabei zu haben. Dass ich in der Vorbereitung bis 224 km gefahren bin, merkte ich daran, dass mir etwa nach dieser Strecke die Kraft ausging, um mich weiter an stärkere Radgruppen ran zu hängen. Da nun auch die Strecke durch das Weserbergland führte, war klar, dass ich meinen 29er Schnitt nicht mehr halten würde. Aber die Berge waren nicht steil, die einzelnen Anstiege nicht wahnsinnig lang. Und die Tatsache, dass nun „nur noch“ etwas 70 km zu fahren waren, ich also auch bei einem vielleicht 25er Schnitt noch bis 18 Uhr ankommen könnte, beruhigte mich ungemein. Bei den Verpflegungsstellen auf dem Rückweg, aß ich fast alles, was es (noch) gab. Den versprochenen Kuchen in Aerzen hatten leider die Kurzstreckenfahrer vor mir verputzt. Um 18:01 begrüßte mich Hansjörg wieder in Rinteln im Ziel, nach 304,69 km, 1.838 Höhenmetern, 11:04:16 reiner Fahrzeit mit einen Schnitt von 27,5 km/h.
Kurz darauf entdeckten wir Ute und Mannix, und auch Martin kam bald an. Mir hat die Veranstaltung sehr gut gefallen. Mit Verpflegung und Beschilderung haben sich die Veranstalter sehr viel Mühe gegeben. Besonders angenehm fand ich, dass es an den Verpflegungsstationen nicht immer nur dasselbe zu Essen gab. Die 300 km und auch die Vorbereitung liefen deutlich besser als erst befürchtet.
Ute: Nach etwa 90 Kilometern, in denen ich vergeblich versucht hatte, eine passende Gruppe zu finden, traf ich zufällig Mannix an einer Verpflegungsstelle. Wir entschieden spontan, die restliche Strecke gemeinsam zu fahren – was für ein Glück! Ohne ihn hätte ich es vermutlich nicht geschafft, denn der Gegenwind war ein ständiger Begleiter.
Bis Kilometer 150 lief alles richtig gut, doch dann kamen die Berge – die hätte ich wirklich nicht mehr gebraucht. Vier Kilometer vor Rinteln ging es schließlich auf die letzten 50 Kilometer. Kurz vor dem Ziel mussten wir noch einmal abbiegen – das war nicht gerade motivierend. Trotzdem hat uns die Tour super gefallen. Die Wege waren toll und es gab nur wenig Verkehr. Ein wirklich schönes Erlebnis!







