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Bodensee
(von Mannix, 09.09.2017)
Bodensee-Radmarathon

Nun ist es endlich vollbracht und ich habe eine der bekanntesten und beliebtesten Langstreckenfahrten hinter mich gebracht. Nach staufreier Anreise in Maddin´s Bully konnten wir schon direkt die Startnummern in unserem Startort Kresssbronn abholen. Statt Nudelparty gab´s danach zum Diner zwar „nur“ Käsespätzle, aber das schwäbische Carbo-Loading sollte uns am näxten Tag zu einer akkuraten Leistung gereichen. Zunächst war ich aber gespannt, welche Wundertüte sich tags drauf für mich öffnen wird, bin ich doch mittlerweile fast nur auf dem MTB zu finden und habe lediglich im vergangenen Monat reichlich Rennrad-Kilometer gesammelt. Die Silber-Tour (150 km) war mit Ute, Silke, Andrea und Cornelia fest in Damenhand. Auf der Goldtour (220 km) vergnügten sich Martin, Claudia, Mannix und mein Rennradkumpel Jochen, der einzige erfahrene Ultra-Langstreckler unserer Quadriga. Los ging´s dann für uns am Samstag um 7:20 bei (noch) trockenen 13 Grad Celsius.

Trotz der schlechten Wettervorhersage machten sich insgesamt 4000 Teilnehmer von den 5 Startpunkten in 3 Ländern auf ihren langen Weg. Schon bis zum 1. Kontrollpunkt bei KM 53 in Altenrhein/A waren wir ganz flott unterwegs und bei Haltepunkt 2 in Tägerwilen/CH stand nach 97 KM ein 30er-Schnitt auf der Uhr. Kurz danach trennten sich dann auch schon die Wege der Gold-und Silber-Strecken. Mussten die 220er noch zusätzlich den Untersee umrunden, konnten die 150er jetzt mit der Fähre nach Merseburg übersetzen.

Gut gestärkt ging es für uns auch zackig weiter Richtung Stein am Rhein. Der Regen kam nun auch wie bestellt bei ca. KM 110 und blieb eisern bis zum bitteren Ende. Kontrollpunkt 3 erreichten wir dann auch wirklich „gut durch“. Den letzten Stempel sollten wir uns in Merseburg abholen, oder besser gesagt ……. erklettern. Nach der ebenso zügigen wie entspannten Fährüberfahrt kam nämlich eine richtige Herausforderung auf uns zu. Rollten wir zunächst ganz locker für 500 m auf einer kleinen Seestraße, ließ ein Schild mit 90-Grad-Pfeil nach rechts und „runterschalten“ nicht Gutes erahnen….und genau so war es auch, denn es folgte direkt eine wunderbare 18%-Rampe. Mein Standard-Spruch „Kette rechts und ab dafür“ wäre hier völlig fehl am Platz gewesen, denn jeder wurschtelte sich jetzt irgendwie im kleinsten Gang durch zum höchsten Punkt der Stadt, wo dann endlich die letzte Versorgungsstation auf uns wartete. Obwohl der Regen nochmals stärker wurde und die Strecke weitaus hügeliger war als bei allen Etappen zuvor, sollten die letzten 46 km keine grössere Sache mehr werden und wir kamen nach ca. 7:50 Stunden Fahrzeit und 220 km inclusive 931 Höhenmeter (Schnitt > 28,00 km) wieder zur Seesporthalle in Kressbronn, wo wir unsere goldene Plakette in Empfang nehmen konnten. Auch alle Vereinskameradinnen auf der 150 km-Runde haben 653 Höhenmeter bewältigt und souverän gefinisht. Dafür gab´s die Silbermedaille.

Ute (auf ihrem Crosser) und Cornelia (auf Clara´s Rennrad und ohne gezielte Vorbereitung) haben ihre Runde übrigens mit einem ansprechenden Stundemittel von > 22 km gefahren. Trotz der schlechten Witterung kamen schlussendlich alle gut und vor allem sturz-und plattfussfrei durch. Ganz besonders zu erwähnen ist noch die Tatsache, dass es sich hier um eine 7-fache Premiere handelte. Jede/r unserer Teilnehmer/innen hatte diese Streckenlänge noch niemals zuvor am Stück bzw. an einem Tag geradelt. An diesem perfekt organisierten Radmarathon sollte jeder ambitionierte Hobbyradler einmal teilgenommen haben. Zum Ausklang dieses tollen und ereignisreichen Tages füllten wir unsere Tanks einmal mehr bei einem sehr guten Italiener vor Ort auf.

Und weil wir schon einmal in der Nähe waren, besuchten wir am Sonntag gleich noch das sensationelle Zeppelin-Museum in Friedrichshafen. Wieder mal ein gelungenes Sportwochenende mit netten Menschen. Aber wieviel schöner muss diese Rundfahrt erst bei gutem Wetter sein …………