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Kärnten-Express
(von Rainer + Claudia, 14.08.2008)

Am 21. Juni haben sich 26 Erwachsene und 5 Kids vom BELC 89 e.V. Frankfurt, einem traditionsreichen Laufclub im östlichsten Vorort der Banken-City, auf eine lange Reise von etwas über 1100 km begeben. Bis zum nächsten Samstag, dem 28. Juni musste diese Strecke in 8 Etappen bewältigt werden.
Bis zur Mittagszeit waren die Läufer gefragt. In mehreren Staffeln wurden täglich bis zu 60 km gelaufen. Für die Radler blieben somit noch bis zu 100 km im Sattel für die Nachmittagsstrecke. Nur so war es möglich in einer Woche die Gesamtdistanz zu bewältigen.

Nach dem Start in Bergen ging es an den Main. Die Route führte bei sommerlichen Temperaturen auf dem Mainradweg flussaufwärts bis nach Miltenberg. Von dort ging es an der Tauber entlang zur ersten Übernachtung nach 163 km in Tauberbischofsheim. Der 2.Tag, wieder heiß, führte über Rothenburg o.d.T. zur Altmühl, wo in Gunzenhausen die 2. Übernachtung stattfand. Das war nach 154 km der Fall.
Der 3. Tag, immer noch sehr sonnig mit nur einer leichten Regenabkühlung, wurde dann entlang der Altmühl gelaufen und geradelt. Nach 156 km erreichten die Sportler die Donau. In Kehlheim wurde Quartier bezogen.
Den 4. Tag verbrachte der BELC-Tross auf dem bekannten Donauradweg bis nach Vilshofen. Das war zugleich auch die längste Tagesetappe mit 167 km die zu laufen und zu radeln anstand. Das Hitzegewitter dieses Tages traf ausgerechnet die Kinderradgruppe, die tapfer bis zum Schluss durchhielt.
Der 5. heiße Tag führte die Läufer nach Passau. In der Dreiflüsse-Stadt gab es nur einen wunderbaren Blick von der Donaubrücke über die südländisch anmutende Altstadt. Bei Engelhartszell verliessen die Sportler Deutschland. Die Reise ging weiter durch das schöne Donautal, vorbei an der Donauschleife bei Schlögen. Nun waren wieder die Radler an der Reihe. Auf der linken Donauseite ging es durch Linz, dem Industriezentrum an der Donau sowie der Landeshauptstadt von Oberösterreich. Diese Strecke war in Natura dann doch deutlich länger als geplant. Weiter ging es Richtung Mauthausen (Gedenkstätte) nach Enns. Hier überquerte Uwe als tapferer Schlussfahrer die Donau, die damit verlassen wurde. Es ging dann den Ennstal-Radweg entlang nach Steyr. Dann waren es nur noch 5 km zur 4 Sterne-Herberge in Garsten – St. Ulrich, und die 158 km waren auch geschafft. Die Plätze vor dem Fernseher (Deutschland im EM-Halbfinale) waren frühzeitig besetzt...
Den 6. Tag verbrachten die Sportler links und rechts der mehrfach aufgestauten Enns. Ab Hieflau kam für alle ein Sahnestück des Kärnten Express: Der Naturpark - Gesäuse - . Gibt es einen schöneren Platz in den Alpen? Hier galt es zu verweilen. Eine Jause sollte schon drin sein. Die Kids konnten sich am Ufer des klaren Flusses vergnügen. Das Tagesziel war keine 50 km mehr entfernt und wurde über Admont in Liezen nach 136 km entlang der Enns erreicht. In einem urigen Gasthaus, das für seine gute Küche und gutsortierte Weinkarte bekannt ist, wurde Quartier bezogen. Hier galt es Kräfte zu sammeln für die vorletzte Strecke, die zugleich auch die Königsetappe war.
Der 7. Tag, an dem man eigentlich ruhen soll, verlangte von allen beteiligten äußersten Einsatz. Die laufende Truppe muss mehrmals ran. Die Radfahrer bewiesen, dass sie gut trainiert waren. Bei Stein wurde der Ennsfluß verlassen. Nun hieß es in die Pedale zu treten, denn der Sölkpass mit seinen 1788 Höhenmetern war zu erklimmen bei stärker werdendem Regen aber dafür kühleren Temperaturen. 27 km Anstieg waren es zur Passhöhe. Für den Empfang des letzten Radlers ließen sich alle noch einmal nass regnen, bis die Abfahrtspezialisten bremsende Motorradfahrer hinter sich ließen. Der herrliche Rundblick ins Enns- und Murtal, wohin die Abfahrt von der Passhöhe führte, musste leider ausfallen. Von Murau bis nach Flattnitz absolvierten unsere beiden Langstreckenexperten Pam und Thomas einen (dank einigen Verlaufern unfreiwilligen) Bergmarathon mit 700 Höhenmetern. Wenigstens wurden sie dabei gut versorgt von Fahrradfahrern und einem Begleitfahrzeug. In einem idyllisch gelegenem Berggasthof auf dieser Hochalm war die letzte Übernachtung vorgesehen. Die Wunden der Königsetappe wurden gepflegt. Dies nach 121 km, die es tatsächlich in sich hatten.
Der letzte Abschnitt der Reise von Frankfurt nach St. Veit a.d. Glan führte ca. 20 km von der Flattnitz hinab ins Gurktal. Diese Abfahrt liessen sich die Radler nicht entgehen. 10 km entlang der Gurk. Der bekannte Hemma - Dom grüßte schon aus einiger Entfernung. Die Einkehr im Dom, um für die gelungene und weitgehend unfallfreie Flüsse-Reise entlang des Mains, der Tauber, der Altmühl, der Donau, der Enns, der Mur, der Gurk und bis zu Glan, zu danken, fiel wieder kurz aus. Über Pisweg, wo es noch einmal kräftig bergauf ging, bis zum großen Finale in St. Veit waren es nur noch 25 km von 54 km dieser Schlussstrecke. Mit Erreichen des Hauptplatzes in der ehemaligen Herzogstadt St. Veit hatte dieser einmalige Stafettenlauf zu Fuß und per Rad nach vorausberechneten 1109 km das Ziel erreicht. Die offiziellen Vertreter der Stadtgemeinde St. Veit haben den Sportlern im wunderschönen Rathaus-Innenhof am Samstag, den 28. Juni 2008 gegen 13.oo Uhr einen herzlichen Empfang bereitet. Gastgeschenke wurden ausgetauscht, der Flüssigkeitsverlust wurde ausgeglichen (mit was auch immer).
Im Anschluss daran freuten sich alle Beteiligten auf eine warme Dusche, evtl. ein Besuch in der St. Veiter Saunalandschaft. Am Abend feierten die Frankfurter im Arkadenhof in ihrem Quartier im Hotel "Weisses Lamm" gebührend und mehr oder minder musikalisch. Mir ihrer Leistung - trotz 1 Platten, 2 Irrwegen, 2 Stürzen, 2 Regenfahrten und vielen Hitzeläufen - hatten sie es sich verdient.
So haben auch die Sportler aus Frankfurt mit ihrem Flüsse-Lauf vom Main zur Glan einen Beitrag zu Kärnten – Wasserreich geleistet.
Für einige hieß es leider am Sonntag wieder die Rückreise anzutreten. Der Großteil der Beteiligten wollte in St. Veit, der Umgebung evtl. an den Seen oder sonst in Kärnten Urlaub machen und sich von den Strapazen erholen. An dieser Stelle gilt der Dank der Sportler nicht nur den Organisatoren, sondern auch den zwei Sponsoren,

ADW Mobilkrane Frankfurt am Main und
Gutmann CNC-Technik GmbH ebenfalls aus Frankfurt Bergen-Enkheim,

die mit ihren Firmenlogos die Laufbekleidung schmücken. Beide Firmeninhaber sind mit ihren Familien auch im BELC aktiv.

Einige Bilder findet Ihr hier:

http://www.belc89.de/galerie-kaernten-express-2008.html