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Elsass
(von Alfred & RenÚ, 19.03.2017)
Trail du Petit du Ballon
Wieder einmal ein außergewöhnlicher Bericht über unser Vereinsmitglied René Miche. Ihn zog es in die Berge. Natürlich nicht zum Ausruhen auf eine Sennhütte, sondern in die französischen Vogesen zum Trail du Petit Ballon. Der Petit Ballon (Kleiner Belchen) ist ein 1272 Meter hoher Berg in den Vogesen und gehört zum regionalen Naturpark. Was ist das besondere an diesem Trail Lauf? Wie der Name schon sagt, ist ein Trail ein Weg bzw. Pfad., also laufen abseits eines befestigten Weges. Hier sein ereignisreicher Bericht: "Ich lief 2 Wochen zuvor noch im flachen Lahntal 50km auf Asphalt. Nun wollte ich wieder abwechslungsreichen Boden unter den Füßen haben. Wie allseits bekannt, bedeutet für mich "abwechslungsreich" eine mit Schwierigkeiten bespickte Strecke. Diese fand ich schnell mit dem Trail DU PETIT BALLON im elsässischen Rouffach. Er führte auf den Gipfel des Petit Ballon (1.272 m üNN). Die Streckenlänge betrug 52,6 Kilometer mit insgesamt 2300 Höhenmetern. Zur Pflichtausrüstung gehörte mindestens 1 Liter Wasser, Rettungsdecke und Trinkbecher. Am Samstag bereits frühzeitig angereist, fand ich 100 Meter von Start-/Zielbereich einen schönen Platz für mein Wohnmobil, so dass ich total entspannt Sonntag um 09.00 Uhr am Start mit weiteren ca. 1.200 Läufern stand. Überwiegend Franzosen, mit scheinbar langjähriger Trailerfahrung. Aber jeder fängt mal klein an, wobei ich mir nun gerade nicht einen einfachen Lauf ausgesucht hatte. Warum die meisten Teilnehmer Trailstöcke mitführten, wurde mir erst auf der Strecke bewusst. Die ersten 17 Kilometer wechselten durch Weinberge, Wald und Feld mit auf und ab, teilweise Gehpassagen, meistens schmale Singletrails, wo überholen nicht möglich war. ALT-Texthttp://www.belc89.de/files/galerie-galerie-volkslaeufe-2017/20170319_Petit%20du%20Ballon2klein.jpg Ab Kilometer 17 ging es dann kräftig nach oben bis zu Kilometer 23, dann folgte ein steiler Abstieg vor dem Aufstieg. Dieser Streckenabschnitt laufend zu bewältigen, war für mich nicht mehr möglich. Nach ca. 5 Stunden kam ich dann endlich auf dem Gipfel an, auf den letzten Metern eine geschlossene Schneedecke. ALT-Texthttp://www.belc89.de/files/galerie-galerie-volkslaeufe-2017/20170319_Petit%20du%20Ballon3klein.jpg Ich weiß nicht, ob es an der Resterkältung lag, der Höhe oder der fehlenden Bergwanderungserfahrung ohne Stöcke. Jedenfalls fielen mir die steilen Gehpassagen am schwersten. Das bergauf Laufen empfand ich nicht so anstrengend, sicher weil ich es im Taunus seit längerer Zeit trainierte. Danach ging es bis auf eine Steigung noch 20 Kilometer weitgehend bergab in´s Ziel, was man jedoch nicht unterschätzen sollte, denn durch die schmalen und steinigen Wege bestand eine große Sturzgefahr. ALT-Texthttp://www.belc89.de/files/galerie-galerie-volkslaeufe-2017/20170319_Petit%20du%20Ballon4klein.jpg Ein sehr schöner Zieleinlauf nach 7:28 Stunden machte mich dann nach der Anstrengung sehr glücklich. Statt Medaille erhielten die Finisher eine Laufweste zu dem Finishershirt und der Flasche Cremant, und dass für nicht einmal 40 Euro. ALT-Texthttp://www.belc89.de/files/galerie-galerie-volkslaeufe-2017/20170319_Petit%20du%20Ballon1klein.jpg Ebenso eine super Betreuung durch ein Team immer fröhlicher Franzosen, einschließlich dem ganzem Teilnehmervolk der etwas verrückten Ultraläufer. Der Weg hat sich in jedem Fall gelohnt, schon das gemeinsame Laufen bei solch Läufen ist doch sehr anders als bei vielen großen Stadtmarathons. Hier läuft jeder mit jedem, kein Kampf oder Gedrängel. Der Muskelkater hielt sich in Grenzen, am meisten wurde die Rückenmuskulatur durch das ungewohnte Tragen des Laufrucksacks mit den Utensilien beansprucht. Im Ziel machte ich dann noch die Erfahrung, dass ein 9 und 27 Kilometer "Lauf" auf dem Programm stand. Vielleicht etwas für Vereinsmitglieder im Jahr 2018?